
ehemaliges Highlight im Dorf: das Saustallfest
Seit
Generationen werden in Mainzweiler die verschiedensten Brauchtümer weiterge-
geben und gepflegt. Als Hüter dieser alten Dorftraditionen hat sich vor
einigen Jahren
der "Bierebaam e.V." gegründet, dessen Ursprung in der Straußjugend
liegt.
Zu diesen alten Traditionen gehören u.a. die "Quackbuwe, Straußbuwe
und die
Borremäde".
Auch die alte Tradition des "Martinsfeuers und Martinsumzugs" wurde
wieder ins Le-
ben
gerufen. Aber auch neuere Angebote wie das Ostereiersuchen für die Kinder
und
die
mittlerweile über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannte Veranstaltung
"Sau-
stallfest"
finden starken Anklang bei der Bevölkerung.
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"Wannerschdach" - ein alter Brauch unserer Heimat
Haut
eß mai Wannerschdach,
more eß mai Ziel,
se esse geret wenich
unn schaffe mour äich viel!
So beginnt ein Wannerschdachlied aus dem Hunsrück. Noch heute wird in
verschie-
denen
Gemeinden des Hunsrücks und des Ostertales dieser Wannerschdach"
gefeiert.
Vor dem
2. Weltkrieg war er in vielen Gemeinden,so auch in Mainzweiler, das Fest
des
Jahres.
Am 27. Dezember, dem Tag nach Weihnachten, feierten die Mädchen und die
Jungen
des Dorfes diesen beliebten Tag.
Seit jeher wechselte das männliche und das weibliche Gesinde an diesem
Tag seine
Stellung. Schon Ende November, d. h. wenn die Arbeit auf dem Felde verrichtet
war,
gingen die Mädchen abends zur "Maie". Sie strickten Strümpfe,
Pullover oder brach-
ten
das Spinnrad mit, um Wolle zu spinnen. Die Jungen des Dorfes kamen dazu und
spielten
Karten. Auch die Ausgestaltung des Wannerschdaches war das Gespräch der
abendlichen Dorfmaie. Wenn dann der lang ersehnte Festtag endlich herangerückt
war, wurde
in keinem handwerklichen Betrieb gearbeitet, sondern man traf sich mit
der
bäuerlichen
Jugend, die um diese Jahreszeit nur mit der Arbeit im Stall oder der
Scheune
beschäftigt
war, um den "Dorffeiertag" gebührend zu feiern.
Man hatte schon ausgekundschaftet, wer in diesem Jahr seine Arbeitsstätte
wechseln
wollte oder aber, wer weiter im Dienste seines Bauern blieb. Das Gesinde hatte
selbstverständlich diesen Nachmittag frei. Schon sehr früh zogen die Burschen
in die
Häuser,
in denen Dienstpersonal beschäftigt war, um die "Kiste" zu
rücken. Blieb das
Gesinde
weiter bei seiner Herrschaft, begaben sich die Burschen in die Schlafkammer
und
schoben die Holzkiste, in welcher die Kleider und der sonstige Besitz waren,
als
Symbol
für diesen Tag, von einer Ecke in die andere. War keine Holzkiste vorhanden,
so wurde
ein anderes Möbelstück umgestellt. Dann begab man sich in die Küche
des
Dienstherren und ließ sich gastlich bewirten. Es gab Brot, Hausmacherwurst,
Gebäck
und der beliebte"Gehannestrauwe oder Troschele Wein" fehlte auch nicht.
Für
den Bauern war es eine
Selbstverständlichkeit den Burschen gut aufzutischen,
denn er wusste,
dass es unliebsame Folgen haben konnte, wenn die jungen Leute
nicht gastfreundlich bewirtet
wurden. Nach einiger Zeit zog man dann zum nächsten
Hause und nahm das Gesinde,
dem
man zuletzt die Kiste 'gerückt hatte, mit. Der
Kreis vergrößerte
sich immer mehr. Wollte
eine Magd oder eine Knecht wirklich wech-
seln, wurde die Holzkiste auf einen
bereitge
stellten Wagen des Bauern geladen, mit
dem sie zur nächsten Stellung
gebracht wurde.
Von dem "Scheidenden" wurde eine Geldspende kassiert, die im Wirtshaus
des Ortes
in
Bier oder Schnaps umgesetzt wurde. Wechselte jedoch jemand in einen anderen
Ort,
so gaben die Burschen dem Scheidenden das "Geleit". Dabei versäumte
man wie-
derum
nicht, im Nachbarort einzukehren, um sich zu stärken.
Manches Mädchen hatte beim Abschied Tränen in den Augen, denn meistens
galt es
nicht nur seine Stellung zu verlassen, sondern auch seinen Schatz. Auch hatte
man oft
mehrere Jahre im Ort gedient und sich bei der Dorfjugend wohlgefühlt.
Traf das neue
Gesinde ein, so wurde es gebührend begrüßt, und bei Sang und
Tanz wurden die neu
im
Ort Angekommenen gleich in die Dorfgemeinschaft aufgenommen und das Einle-
ben
ihnen
hierdurch wesentlich erleichtert. Mitunter kamen die Mädchen und Jungen
von benachbarten Dörfern, um am "Wannerschdach" teilzunehmen.
Gertrud Mannsmann (90 Jahre), ehemals Besitzerin des gleichnamigen Wirtshauses
in
Mainzweiler kann sich noch gut an die Zeit erinnern. In den 30iger Jahren,
als Sie
selbst
noch eine junge Frau war, war in dem Gasthaus ihrer Eltern und ganz beson-
ders
in dem
angegliederten Saal ein großes Fest mit Musik und Tanz.
Diesen
Brauch will der Bierebaam e.V. und Ortsvorsteher Udo Zägel in
Mainzweiler
wieder aufleben lassen.